Die Wohlgesinnten

von Jonathan Littell

Rezension: Walter R. Winter

Johnathan Littell, ein in Paris lebender Amerikaner, veröffentlichte im August 2006 den Tatsachenroman „Die Wohlgesinnten“ in französischer Sprache. Das Werk erschien unter dem Titel „Les bienveillance“ bei Gallimard in Paris. Littell wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

Der Autor hat mit einer immensen Fleißarbeit Wehrmachtsberichte und Einsatzberichte der Einsatzgruppen hinter der Front ausgewertet. Dabei hat er die einzelnen Stationen des Holocausts mit der fiktiven Biographie eines Mittäters verwoben. Es geht diesem Dr. Max Aue in der Rückschau um eine Art Rechenschaftsbericht vor sich selber, warum er als Angehöriger des SD als Täter mitgewirkt hatte.

In einer zum Teil schwer erträglicher Ausführlichkeit wird das Morden hinter der Front beschrieben. Das ist um so erschreckender, da es sich um die authentischen Berichte  des SS-Apparates handelt.
Aue ist homosexuell und hatte eine inzestuöse Beziehung zu seiner Zwillingsschwester. Beide wurden von den Eltern daraufhin getrennt. Nicht zuletzt symbolisiert die Zwillingsschwester das Judentum in Deutschland vor 1933, welches unter der nationalsozialistischen Herrschaft Deutschlands mit bürokratischer Vernichtungsenergie ausgesondert werden sollte.

Ein verstörendes Buch, dessen Lektüre nicht eben leicht fällt. Das Lesen des Werkes besitzt einen hohen Erkenntnisgewinn und hilft die 12 Jahre der Diktatur und Herrschaft des Nationalsozialismus zu erfassen.

Autor: Jonathan Littell
Genre: Roman
Verlag: Piper

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Die Wohlgesinnten
von Jonathan Littell, erschienen bei Piper

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