Buchblog

Der Fremde Himmel

Der Fremde Himmel

Der Himmel sah merkwürdig fremd aus. Die Zirruswolken strahlten in der Sonne und wurden von den Druckwellen in der Atmosphäre seltsam verzerrt. Ein dumpfes Grollen erfüllte die Plattform.

Angst stieg in mir auf. Durch die Druckunterschiede erlangten die Grenzschichten der Stratosphäre unterschiedliche Brecheigenschaften. Prismenähnliche Farbanomalien zuckten über das Firmament. Es wurde schnell kälter.

Der vertraute Anblick des Himmels wich einem fremdartigen Alptraum aus Licht und Farben.

Christine sah nach oben durch die gläserne Kuppel. Erstaunen und Neugier bestimmten ihre Züge. Dann blickte sie fragend zu mir herüber, einen Hauch von Angst im Gesicht. Sie strich sich durch das Haar und blickte irritiert um sich. Dann bemerkte ich metallisch glänzende Partikel an ihrer Stirn. Während sie noch danach tastete verwandelte sich zunächst ihr Gesicht, dann ihre Brust und schließlich der gesamte Körper in ein metallenes Mosaik, eine abstrakte Plastik, zerstob unmittelbar wieder in eine Wolke unbeschreiblicher Ordnung und verteilte sich im Raum. Schnell verschwanden die Partikel im Boden und in den Wänden.

Ich rannte los, kopflos, ohne zu wissen wohin.

Anzeige

Kommentieren